Dieser Beitrag ist die deutsche Übersetzung eines Ausschnitts aus dem Kurs „The Editing Chef“ von meinem guten Freund Piotr, an dem ich u.a. mit sämtlichen PDFs, die bestimmte Premiere-Funktionen tiefer erklären, mitwirken durfte. Die englische Version gibt es auf Piotrs Blog.

Die Software-internen Begriffe habe ich auf Englisch gelassen, da viele sowieso die englische Version verwenden.


Alles was Du über Audition’s Remix Feature wissen musst

Es kann zwar manuell getan werden, doch Audition’s Remix-Funktion benutzt starke künstliche Intelligenz um Instrumental-Musik* zu kürzen oder zu verlängern.  Da es so viel Zeit sparen kann, oder wann auch immer Du es manuell nicht hinkriegst (oder weil Du einfach arrhythmisch bist), lohnt es sich oft, es auszuprobieren. Oft hat es Ideen, auf die Du selbst nie gekommen wärst. So funktioniert’s:

*Man kann jederzeit sein Glück bei Musik mit Gesang versuchen, aber erwarte nicht zu viel. Man kann Texte nicht einfach neu mischen, außer sie sind so tiefgründig wie eine Pfütze.

Öffne Audition. Öffne die „Multitrack“-Ansicht (statt „Waveform“). Nenne die Session wie Du möchtest („Untitled Session 176“ ist absolut in Ordnung, da Du sie nicht erneut brauchen wirst).

Nun importierst Du Dein Stück und ziehst es in den Editor. Gehe nach einem Rechtsklick auf „Remix“ → „Enable Remix“. Dein Song wird von der KI analysiert, was eine Sekunde brauchen wird. Anschließend wird in der rechten oberen Ecke des Clips ein neuer Icon auftauchen.

Ziehe den Clip damit auf die gewünschte Länge, und Audition wird ihn prompt kürzen oder verlängern.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Du von dem Feature beeindruckt sein wirst. Wenn Du aber nicht so viel Glück hast, wirst Du einen Übergang hören, der einfach nicht funktioniert. Nicht aufgeben! Der Remix-Tab ist da, um Dir zu helfen. Er öffnet sich im Eigenschaften-Fenster automatisch, wenn Du auf den Clip klickst.

Es gibt mehrere Wege, den Remix anzupassen:

Stretch to exact duration“ tut genau, was es sagt. Standardmäßig erlaubt sich Audition fünf Sekunden Toleranz zu der Zeit, die Du gewählt hast (diese ist mit dem „Maximum Slack“-Slider auf fünf bis 30 Sekunden einstellbar). Wenn Dein Stück also 30 Sekunden lang sein soll, könnte es auch 25 oder 35 Sekunden lang werden. Wenn Du diese Option wählst, wird es auf genau 30 Sekunden gestreckt, indem es die Geschwindigkeit anpasst; i.d.R. kein wünschenswertes Ergebnis. Andere Funktionen können die Zeit auch verändern, also ignoriere diese Option erstmal (oder besser: für immer).

Edit Length“ verändert tatsächlich nicht so sehr die Länge Deines Clips, sondern beeinflusst die einzelnen Schnitte darin. Von 0 auf 100 oder umgekehrt zu schalten kann einen großen Unterschied machen. Je niedriger die Zahl, desto mehr Segmente des Original-Stücks werden im Remix kombiniert. Es ist mit einem Video einfacher erklärt, also hier ein Beispiel beider Extreme.

Features“ wird nun etwas technisch. Du kannst zwischen „Timbre“ (auch Klangfarbe genannt) oder „Harmonic“ wählen. Dies ist nicht der richtige Ort für Musik-Unterricht, aber was Du wissen musst: „Timbre“ funktioniert am besten bei monotonen Beats, während „Harmonic“ eher für komplexe Stücke mit mehr Instrumenten und Abschnitten geeignet ist.

Minimum loop“ lässt Dich entscheiden, wie kurz ein Loop sein darf; das ist besonders wichtig, wenn Du Dein Stück verlängern möchtest, und kann eine große Auswirkung auf das Endresultät haben. Experimentiere einfach bis Du zufrieden bist.

Minimum Loop von 2 Beats

Minimum Loop von 64 Beats

Übrigens: Wenn Du mit der Maus über einen der Slider oder Parameter schwebst, enthüllt sich eine Beschreibung für die jeweilige Funktion.

Nun solltest Du einen guten Überblick darüber haben, wie das Remix-Feature funktioniert. Das einzig fehlende Puzzle-Teil ist, dass Du’s selbst ausprobierst!

Pro-Tipp: Audition’s Remix funktioniert meistens auch für komplexe Stücke, aber spiel nicht zu viel mit klassischen Stücken herum. Dasselbe gilt generell für bekannte Musik. Nicht nur, um den Künstler zu respektieren, sondern weil jeder diese Stücke kennt und fehlende Teile identifizieren wird.


The Editing Chef, woraus dieser Beitrag nicht mal 1% des Inhaltes ist, hat heute seine Pforten geöffnet und wird über die nächsten Wochen betretbar sein, bevor es dann schließt und zu einem unbestimmten Zeitpunkt wieder öffnet – dann aber zu einem höheren Preis. Wer möchte, kann hier reinschauen:

https://courses.cuttothepoint.com/courses/the-editing-chef

Ich bin außerdem als Community Manager für den Kurs aktiv. Wenn es von Teilnehmern irgendwelche Fragen gibt, werde ich der erste Ansprechpartner sein (der hoffentlich genügend Antworten hat).